(Werbung) Laura Sebastian: Ash Princess*

Rezension zu Laura Sebastian: Ash Princess
Sie kommt aus der Asche und greift nach den Sternen. 

Inhalt

Seit 10 Jahren wird Theodosia (Theo/Thora), Prinzessin von Astrea, am Hof bereits gefangen gehalten. Der Kaiser der Kalovaxianer nahm ihr alles: ihre Mutter, die "Fire Queen", ihren Thron, ihre Sprache, ihren Namen. Sie wurde zur "Ash Princess", zur Ascheprinzessin, ein Spielzeug des Kaisers und Gespött des Hofes. Aber eines Tages zwingt er sie etwas Furchtbares zu tun und Theo begreift, dass sie nicht länger passiv sein darf. Dass sie werden muss, wozu sie geboren wurde: Königin von Astrea. Über den Kronprinzen will sie an den Kaiser gelangen. Doch ihre eigenen Gefühle stellen sich ihr in den Weg. 

Meine Meinung und Fazit

Eine entthronte, verwaiste Prinzessin, ein machtbesessener Herrscher als Gegenspieler, ein Prinz zum Verlieben... - der Plot von Ash Princess ist nicht neu, sondern aktuell äußerst beliebt in der Jugendfantasy. In Abwandlungen findet man ihn unter anderem bei Victoria Aveyard (Die rote Königin), Mary E. Pearson (Der Kuss der Lüge), Amy Tintera (Die Legende der vier Königreiche), C.E. Bernard (Palace of Glass) und bei Sarah J. Maas (Throne of Glass). Das Besondere bei Laura Sebastian ist jedoch, wie düster die Geschichte ist. Abstoßende Szenen werden nicht beschönigt, sondern in ihrer ganzen Brutalität geschildert. Die Prinzessin begegnet dem Leser zunächst als gebrochenes Geschöpf: 

Ich bin niemandes Königin. Ich bin Lady Thora, Prinzessin aus der Asche. Ich bin ein Nichts. 

Aber in den zehn Jahren am Hof hat sie auch gelernt, wie sie sich verhalten muss um gefällig zu sein, nicht aufzufallen, ihre wahren Gefühle zu verbergen. Diese Fähigkeiten nützen ihr, nachdem diese eine letzte Tat, zu welcher der Kaiser sie zwang, ihre Wut und ihren Rachewunsch weckt. Und so wie die Hoffnung bei Theo wächst, dass sie einen Umbruch herbeiführen, dass sie Rache am Kaiser und seinen Handlangern nehmen und Königin werden kann, so wächst sie auch beim Leser. Dafür sorgt nicht zuletzt die Erzählerperspektive: Die Handlung wird im Präsens aus der Perspektive Theos (Ich-Perspektive) geschildert. Die Wendungen innerhalb der Handlung überzeugen und sind konseqent, wird Theo doch stärker und selbstbewusster im Verlauf des Fantasyromans. 

Du weißt, wer du bist. Du bist die einzige Hoffnung für unser Volk, Theodosia.

Wie Theo misstraut der Leser jedem, der ihr begegnet, jedem, der ihr wohlgesonnen scheint. Dabei sind die Nebenfiguren ebenso vielschichtig gestaltet wie die Hauptfigur selbst. Und bis zum Schluss kann der Leser keine der Figuren richtig einschätzen: Cress, die vermeintliche Herzensschwester, Søren, den Kronprinzen, Theos Schatten, die ihr auf Schritt und Tritt folgen, die Kaiserin und schließlich Drachenfluch, den Piraten. 

Theo ist eine starke Protagonistin, keine Jungfrau in Nöten. Sie hat es geschafft zu überleben, 10 Jahre lang. Aber nun will sie mehr - überleben ist nicht genug. Obwohl sie erst 16 Jahre alt ist, ist sie zu keiner Zeit ein typischer Teenager, sondern viel reifer, als man es vielleicht erwarten würde.

Dennoch ist es ein Jugendbuch und so fehlt auch die typische Liebesgeschichte nicht. Allerdings ist es keine "Instalove", keine Liebe auf den ersten Blick und auch die sich andeutende Dreiecksgeschichte bleibt angenehm im Hintergrund. An keiner Stelle erscheint stört das Liebesdreieck die Handlung oder führt zu einem genervten Augenrollen beim Leser. 

Die Welt, in der Ash Princess spielt, ist ein dunkler Ort: Seit Jahrhunderten führen die Kalovaxianer Krieg gegen die übrigen Reiche. Sie versklaven die Völker und beuten ihre Länder aus. Gleichzeitig ist Astrea ein Land voller Magie. Allerdings ist die Welt, die Laura Sebastian hier erschafft, nicht vollkommen ausgereift: Schauplatz der Handlung ist Astrea und der dortige Königshof. Über die anderen Länder erfährt der Leser nur wenig und beiläufig. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass sich dies in den weiteren Bänden noch ändert. 

Ash Princess ist der erste Band einer Trilogie, deren zweiter Band, Lady Smoke im Februar 2019 auf Englisch erscheinen wird. Der Veröffentlichungstermin der deutschen Ausgabe ist noch unbekannt. 

Insgesamt ein starker erster Band mit einer überzeugenden Protagonistin, der mich überzeugen und begeistern konnte. Das düstere Setting sorgt für eine angenehme Abwechslung. Das Worldbuilding könnte ausgereifter sein, allerdings dürfte sich dies in den folgenden Bänden noch ändern. Ein Jugendbuch mit diesem Plot konnte mich schon lange nicht mehr so emotional mitreißen. Ein toller Auftakt und ich kann es kaum erwarten den zweiten Band zu lesen. 

Laura Sebastian: Ash Princess, übers. von Dagmar Schmitz, cbj Kinder- und Jugenbuchverlag, München 2018, 509 S., ISBN 978-3-570-16522-5, 20 Euro. 

 

*Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom cbj Verlag (Bloggerportal) als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Rezension entspricht jedoch meiner persönlichen Meinung. Es wurden keine Vorgaben zum Inhalt der Rezension gemacht. Ich erhalte dafür keinerlei Vergütung. Der gesetzte Verlagslink dient lediglich der weiterführenden Information.