(Werbung) Julia Engelmann: Keine Ahnung, ob das Liebe ist*

Rezension Julia Engelmann: Keine Ahnung, ob das Liebe ist

Rezension 

Mit "Keine Ahnung, ob das Liebe ist" ist bereits der vierte Gedichtband der Poetry Slammerin Julia Engelmann erschienen, die mit Eines Tages, Baby über YouTube 2013 bekannt wurde. 

Als ich mir über meine Rezension Gedanken machte, kam der Vorschlag, dass doch ich, als Germanistin, eine Gedichtsinterpretation schreiben bzw. die Sammlung unter literaturwissenschaftlichen Aspekten bewerten könne. Ein durchaus interessanter Ansatz, der mir jedoch nicht ganz passend als Rezension erschien. Stattdessen habe ich den wissenschaftlichen Aspekt ganz außen vor gelassen und mein Kriterium ist nicht, ob der Lyrikband unter literaturkritischen Gesichtspunkten überzeugt, sondern ob ihre Gedichte mich als Leser emotional überzeugen konnten. 

Auch ihr viertes Buch überzeugt wieder vor allem durch seine Leichtigkeit und Intensität und schafft gleichzeitig viel Raum zur Identifikation. Das ist, es was ihre Gedichte für mich ausmacht: Sie sprechen Themen und Bereiche an, in denen sich der Leser wiederfindet, die sich auch seine eigene Lebenswirklichkeit übertragen lassen. Themen wie Selbstfindung, der Prozess des Erwachsenswerdens, des Ankommens, des eigenen Platzes in der Welt, aber auch die Beziehung zu Eltern und Familie und Liebesbeziehungen. Dabei ist die Sprache modern und klar, aber dennoch poetisch. 

Für mich ist Keine Ahnung, ob das Liebe ist - Hauptsujet ist hier tatsächlich die Beziehung zwischen Liebenden - wieder stärker als der vorherige Band, Jetzt, Baby. Gerade weil die Identifikationsmöglichkeit ihre Gedichte, meine Meinung nach, ausmacht, erwarte ich, dass sie mich entsprechend ansprechen. In ihrem neuesten Band ist das wieder stärker der Fall. Tatsächlich konnten mich manche ihrer Lyrik sehr emotional mitreißen, was sicher an der Aktualität des jeweiligen Themas für mein eigenes Leben liegt. 

Zusammenfassend hat mir Keine Ahnung, ob das Liebe ist gut gefallen, wenn auch nicht ganz so stark wie ihr Debüt Eines Tages, Baby

 

Julia Engelmann: Keine Ahnung, ob das Liebe ist. Poetry, Goldmann Verlag, München 2018, 160 S., ISBN 978-3-442-48854-4, 8 Euro. 

 

*Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Goldmann  Verlag (Bloggerportal) als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Rezension entspricht jedoch meiner persönlichen Meinung. Es wurden keine Vorgaben zum Inhalt der Rezension gemacht. Ich erhalte dafür keinerlei Vergütung. Die gesetzten Verlagslinks dient lediglich der weiterführenden Information.