Shelby Mahurin: Game of Gold*

Rezension Shelby Mahurin: Game of Gold>

Inhalt

Hexen zaubern, Hexen rächen. Aber Lou liebt.

Niemand darf erfahren, dass Lou eine Hexe ist. Denn sie will weder auf dem Scheiterhaufen enden noch auf dem Opferalter der mächtigen Weißen Hexe, die sie sucht. Um sich im wahrsten Sinne des Wortes unsichtbar machen zu können, stiehlt Lou einen magischen Ring. Leider wird sie dabei ausgerechnet vom Hexenjäger Reid entdeckt. Zwar gelingt es ihr, ihre wahre Identität vor ihm zu verbergen, aber entkommen kann sie ihm nicht. Denn der Erzbischof befiehlt den beiden, zu heiraten. Plötzlich findet sich Lou als Frau eines Hexenjägers wieder, dem sie zudem gegen ihren Willen immer näher kommt …
(Quelle: Verlagsseite Dragonfly)

Meine Meinung und Fazit

Beworben wird Game of Gold mit dem Satz "Für alle Fans der Das Reich der sieben Höfe-Serie" und einem Zitat von Sarah J. Maas persönlich, indem sie das Buch als "Juwel" bezeichnet. Solche Vergleiche werden gerne gestellt und sind meist hoffnungslos überzogen beziehungsweise wecken Erwartungen beim Leser, denen sie dann nicht gerecht werden. Nicht so in diesem Fall: Ich habe Game of Gold ähnlich 'weggeatmet' wie die Bücher um Feysand. Die Handlung ist spannend und fesselnd, der Erzählstil flüssig.

Am meisten lebt die Geschichte jedoch durch die Spannungen zwischen den beiden Protagonisten Lou, der Hexe, und Reid, dem Hexenjäger. Manche stören sich an der Sprache Lous, an Wendungen wie "Ritterlein" oder "Herzensritter" und an ihrem forschen, unkonventionellen Auftreten. Auf der anderen Seite an der Bibelfestigkeit Reids und seines steifen Auftretens. Sie sind wie zwei Seiten einer Medaille. Ich fand die Romanze zwischen ihnen durchaus glaubwürdig - ganz im Sinne der Binsenweisheit "Gegensätze ziehen sich an". Ich bin in der Regel kein Freund von Ich-Perspektive, aber hier - die Kapitel werden jeweils abwechselnd aus der Sicht von Lou oder Reid erzählt - hat dieser Erzählstil überzeugend zur Erzählung beigetragen. 

Das Konzept der Geschichte ist interessant, greift es doch die frühneuzeitlichen Hexenprozesse auf. Auch in Lous Welt landen Hexen, soweit sie überführt werden, auf dem Scheiterhaufen. Aber: Hier gibt es tatsächlich echte Hexen (und nicht nur Frauen, die als solche diffamiert werden). Wie in der Geschichte, so besteht auch hier die Feindschaft zwischen (christlicher!) Kirche und Hexen seit jeher. Dennoch erinnert mich die Welt, die Shelby Mahurin hier schafft, eher an Frankreich im 18. oder 19. Jahrhundert und nicht im Spätmittelalter. Leider erfahren wir noch recht wenig über die Welt Belterra. Das dürfte sich jedoch im Folgeband Blood and Honey ändern. 

So detailliert wie die Handlung hier im ersten Band aufgebaut wird, so vergleichsweise abrupt endet sie. Dies war ein kleines, aber vernachlässigbares Manko des Buches.  

Insgesamt konnte mich Game of Gold als gewissermaßen klassische Jugendfantasy absolut überzeugen und ist mein Monatshighlight für den Februar. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band der als Diologie angelegten Reihe, Blood and Honey, der auf Englisch im zweiten Halbjahr erscheinen wird.  

Shelby Mahurin: Game of Gold, übers. von Peter Klöss, Dragonfly, Hamburg 2020, 448S., ISBN 978-3-7488-0020-0, 18 Euro. 

 

*Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von HarperCollins Germany als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Rezension entspricht jedoch meiner persönlichen Meinung. Es wurden keine Vorgaben zum Inhalt der Rezension gemacht. Ich erhalte dafür keinerlei Vergütung. Die gesetzten Verlagslinks dienen lediglich der weiterführenden Information.