Laini Taylor: Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte (1)*

Rezension Laini Taylor Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte

 

Lass dich hineinziehen in eine Welt voller Träume

Inhalt 


Lazlo Strange liebt es, Geheimnisse zu ergründen und Abenteuer zu erleben. Allerdings nur zwischen den Seiten seiner Bücher, denn ansonsten erlebt der junge Bibliothekar nur wenig Aufregendes. Er ist ein Träumer und schwelgt am liebsten in den Geschichten um die sagenumwobene Stadt Weep – ein mysteriöser Ort, um den sich zahlreiche Geheimnisse ranken. Eines Tages werden Freiwillige für eine Reise nach Weep gesucht, und für Lazlo steht sofort fest, dass er sich der Gruppe anschließen muss. Ohne zu wissen, was sie in der verborgenen Stadt erwartet, machen sie sich auf den Weg. Wird Lazlos Traum nun endlich Wirklichkeit? 
 

Meine Meinung und Fazit

Ich habe in einigen Rezensionen gelesen, dass sie den Einstieg zäh fanden. Diese Meinung kann ich gar nicht teilen, ganz im Gegenteil: Von Anfang an habe ich in die Geschichte und zu Lazlo Strange, unserem Protagonisten, gefunden. Ich konnte mich sehr gut in ihn hineinversetzen und die Schilderung der Bibliothek war so detailliert, dass ich ihn förmlich vor mir sehen konnte, wie der durch die scheinbar unendlichen Regalreihen, Räume und Keller voller Folianten streicht. Ich habe tatsächlich viel von mir in der Beschreibung von Lazlo entdeckt und konnte seine Empfindungen, Wünsche, Pläne und Träume nachempfinden. Für mich waren daher jene Teile des Romans, in denen das Geschehen aus seiner Perspektive geschildert wird, die interessantesten und spannendsten. Größere Probleme hatte ich mit der Darstellung der Götterkinder und ihrer Unterkunft. Ihre Welt fand ich weniger detaillreich beschrieben und die Figuren blieben weitgehend flach. Zu Sarai, die als einzige etwas mehr Tiefe (und mehr Handlungsraum) erhält, konnte ich während der Lektüre nicht wirklich eine Beziehung aufbauen: Zu Beginn erscheint sie recht blass; erst gegen Ende des ersten Bandes wird ihre Figur spannender und interessanter. (Die Idee der Motten als Boten der Muse der Albträume finde ich allerdings großartig.) Ihre Rolle wird in den folgenden Bücher weiter ausgebaut, daher könnte ich mir vorstellen, dass ihr Charakter noch interessanter werden wird. 

Dieser erste Band, beziehungsweise der erste Teilband des ersten Bandes (in der deutschen Übersetzung sind die Bände in jeweils zwei Einzelbände aufgeteilt), ist eine gelungene Einführung in die Welt von Lazlo Strange. Wir lernen ihn, sein Leben und seine besonderen Fähigkeiten kennen, sammeln erste Kenntnisse über die Stadt Weep und sehen sie das erste Mal durch seine Augen. Gleichzeitig erfahren wir bereits etwas über den Krieg zwischen den Göttern und den Einwohnern von Weep, aber erkennen auch, dass die Götterkinder nicht (oder zumindest nicht vollständig) jene Monster sind, für die die Menschen sie halten. 

Ich habe insbesondere im Mittelteil das Buch öfter aus der Hand gelegt, aber das Ende von Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte konnte mich wieder fesseln und hat die Lust und das Interesse auf Band 2 geweckt. Jeder, der es liebt, sich phantastische Geschichten auszudenken und in die Mythen aus alter Zeit einzutauchen, wird sich in Strange wiederfinden. 

Laini Taylor: Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte, übers. von Ulrike Raimer-Nolte, ONE, Köln 2019, 343 S., ISBN 978-3-8466-0085-6, 15 Euro. 

 

*Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Bastei-Lübbe als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Rezension entspricht jedoch meiner persönlichen Meinung. Es wurden keinerlei Vorgaben zum Inhalt der Rezension gemacht. Ich erhalte dafür keinerlei Vergütung. Die gesetzten Verlagslinks dienen lediglich der weiterführenden Information.