Empfehlung: Peter S. Beagle - Das letzte Einhorn*

Empfehlung: Peter S. Beagle - Das letzte Einhorn

Viele kennen den gleichnamigen Zeichentrickfilm von Jules Bass und Arthur Rankin Jr. aus dem Jahr 1982 mit dem großartigen Soundtrack der Band America, wird er doch beinahe jedes Jahr an Weihnachten im TV wiederholt. Deutlich weniger haben jedoch die Romanvorlage von Peter S. Beagle gelesen, der auch das Drehbuch zum Film beisteuerte. 

Die Handlung des Films stimmt überwiegend mit der des Romans überein, was ihn zu einer der besten, weil sehr nahe an der Buchvorlage, Literaturverfilmungen aller Zeiten macht.

Inhalt

Sie verschwanden von allen Straßen, vor langer Zeit, und der rote Stier rannte dicht hinter ihnen und verwischte ihre Spuren. 

Das Einhorn lebt in einem Wald, in dem immerwährender Frühling herrscht. Eines Tages belauscht es zwei Jäger, die erkennen, dass in diesem Wald ein Einhorn lebt - das letzte seiner Art, denn alle anderen Einhörner sind aus der Welt verschwunden. Von einem Schmetterling erfährt es vom roten Stier. Und so macht es sich auf die Suche nach seinen Artgenossen. Auf seinem Weg begegnet es allerhand Gestalten, wie der Zauberin Mommy Fortuna, die es gefangen nimmt und dem Zauberer Schmendrick, der sich dem Einhorn auf seiner Suche anschließt. Unterwegs begegnen sie auch Molly Grue, die nie den Glauben an Einhörner verloren hat und sich ihnen anschließt. 

Kurz bevor sie endlich das Schloss König Haggards erreichen, begegnen sie dem roten Stier, der das Einhorn zu den anderen treiben will. Schmendrick kann das Einhorn retten, indem er es in eine wunderschöne Menschenfrau, die Lady Amalthea, verwandelt. So gelangen sie in das Schloss König Haggards, der erkennt, dass sich mehr hinter der Lady verbirgt, als das bloße Auge sieht. 

Von allen Einhörnern ist sie das Einzige, das weiß, was Leid ist und Liebe.

Haggards Sohn Lir verliebt sich in die schöne junge Frau, die immer menschlicher wird. Schließlich findet die Gruppe einen Weg zum roten Stier... 

Ohne Zweifel ist Das letzte Einhorn einer der besten Fantasyromane. Zwar ist die Hauptfigur, das Einhorn, wenig nahbar, doch das macht die Geschichte nicht weniger reizvoll, gibt es doch mit Molly Grue und dem Zauberer Schmendrick durchaus Figuren, mit denen sich der Leser identifizieren kann. Auch wird die Geschichte nie kitschig, sondern schafft mit humorvollen und spannenden Episoden das perfekte Leseerlebnis.

Die 2005 erschienene Forsetzung "Zwei Herzen", die in der deutschen Ausgabe ebenfalls enthalten ist, rundet die Geschichte ab. 

Wer ein besonderes, phantasisches Lesevergnügen sucht, mit Einhörnern abseits vom Hype der letzten Jahre, dem sei Das letzte Einhorn empfohlen, das auf jeden Fall Teil der phantastischen Weltliteratur ist. 

Das neue Buch von Peter S. Beagle "In Kalabrien", in dem wieder ein Einhorn eine entscheidende Rolle spielen wird, erscheint am 10. Februar 2018 in der Hobbitpresse bei Klett-Cotta. Weitere Informationen. [Rezension]

Peter S. Beagle: Das letzte Einhorn und Zwei Herzen, übers. von Jürgen Schweier und Cornelia Holfelder-von der Tann, Hobbitpresse in Klett-Cotta, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-608-93920-0, 14,95 Euro. 

*Dieser Beitrag steht in keiner Verbindung mit dem Verlag und gibt meine persönliche Meinung wieder.