C.E. Bernard: Das Flüstern des Zwielichts

Rezension C.E. Bernard: Das Flüstern der Nacht

Inhalt

Wanderer Weyd begibt sich mit seinen Gefährten auf die Reise zu den legendären Türmen des Lichts. Seine Waffe gegen die monströsen Schatten ist keine Armee, sondern ein uraltes Lied – doch wird es die Helden schützen? Denn diesmal kann die Bardin Caer ihre Stimme nicht gegen ihre Feinde erheben. Dabei lauert ihnen ein Gegner auf, der finsterer ist als jeder Schatten ... (Quelle: Verlagsseite Randomhouse)

Meine Meinung und Fazit

Mit Das Flüstern des Zwielichts legt C.E. Bernard den zweiten Band ihrer Wayfarer-Trilogie vor. Diese Reise unserer ungewöhnlichen Gefährten im Kampf gegen die Dunkelheit geht weiter. Wie schon im ersten Band haben mir Prolog und Epilog, in denen der Geschichtenerzähler zu Wort kommt, besonders gut gefallen. Sie ordnen das Geschehen ein und lassen den Leser erst richtig in die Erzählung eintauchen. 

Passenderweise in meiner Rezension zu Palace of Silk, dem zweiten Band der Palace-Reihe, ebenfalls von C.E. Bernard, habe ich über die Besonderheiten oder vielmehr besonderen Schwierigkeiten eines zweiten Bandes gesprochen und hier haben wir tatsächlich einen 'typischen' zweiten Band: Zwar geht die Reise weiter und wird die Handlung weiter vorangetrieben, aber wir kennen unsere Helden bereits und die 'katastrophalen' Ereignisse werden sich erst im Schlussband ereignen. Jetzt kann ich natürlich Das Flüstern des Zwielichts noch nicht in der Trilogie einordnen - dafür fehlt mir die Kenntnis des dritten Bandes -, aber ich fand ihn langsamer erzählt. Dennoch gab es Spannungsmomente, überraschende Wendungen und einen fiesen Cliffhanger: Die Geschichte beginnt langsam und am Ende überschlagen sich die Ereignisse geradezu. Auch deshalb bin ich schon sehr gespannt, was uns im nächsten (und letzten) Buch erwarten wird. 

Christine schafft dennoch auch hier, was ihr bereits in der Palace-Reihe erfolgreich gelungen ist: Die Charaktere weiterzuentwickeln und den Leser zu überraschen, auch wenn man die Figuren bereits zu kennen glaubt. Besonders beeindruckend finde ich die Entwicklung von Caer und besonders schockierend die Wandlung meines Lieblings. Mein Favorit aus Band 1, Weyd der Wanderer, ging mir hier jedoch mitunter auf die Nerven mit seinem ständigen Wunsch zur Selbstaufopferung. Diese Charaktereigenschaft teilt er nicht mit Aragorn und schon gar nicht mit Geralt. 

Band 2 lebt wieder von der düsteren Atmosphäre, den mitunter brutalen Kampf- oder Schlachtszenen und den tollen, stimmungsvollen Liedern. Wie schon im ersten Buch sind die Bezüge zu Tolkien offenbar, aber nie platt, was ich sehr schätze. 

Ich mag einfach Christines Schreib- und Erzählstil: Sie schafft es auch intensive Gespräche mit wenig Handlung so zu schildern, dass man dennoch das Buch nicht zur Seite legen mag, und gleichzeitig klassische WTF?!-Momente zu schaffen, die den Leser mit offenem Mund durch die Seiten fliegen lassen. 

Ich hoffe sehr, dass ich in Der Klang des Feuers über die Klippe gestoßen werde und freue mich schon sehr auf den finalen Band, der leider erst am 25. November erscheinen wird. 

C.E. Bernard: Das Flüstern des Zwielichts, übers. von Charlotte Lungstrass-Kapfer, Penhaligon Verlag, München 2021, 384 S., ISBN 978-3-7645-3264-2, 15 Euro. 

 

*Dieser Beitrag ist nicht gesponsert und gibt meine persönliche Meinung wieder. Der gesetzte Verlagslink dient lediglich der weiterführenden Information.